Filigranschmuck - Tourismusverein Altes Land e.V.

Altländer Filigran

Ein Teil der Altländer Tracht

Dieser handgearbeitete Silberschmuck war ein Teil der Altländer Tracht. Auch heute noch bei den Gästeführerinnen und auch Gästeführern zu sehen, wurde er früher immer zu besonderen Anlässen getragen.

Ursprünglich aus dem Osten stammend kam diese Schmuck-Handwerkskunst auf dem Seewege zu uns.

In verschiedenen Varianten konnte man diesen Schmuck vor allem als Halsketten an den Damen wiederfinden. Je nach Machart zeigte man damals damit, was man hatte.

Die filigranen Ärmelknöpfe wurden immer je 6 pro Ärmel getragen. Das Brautherz (“Bruthart”) gehörte zu der Tracht der Frauen und wurde an das Wulsttuch gesteckt. Die Perlenschließe hatte an jeder Seite Goldstreifen befestigt, die Löcher zum Befestigen der Ketten aufwiesen. Die Bernsteinkette trug man mit einem schwarzen Samtband bei der Volltrauer (dauerte bei nahen Verwandten im allgemeinen ein Jahr).

Brauttür - Diana Asbeck

Brauttüren im Alten Land

Wundervoll handgearbeitete Holztüren

Ein charakteristisches Merkmal Altländer Häuser bildet die Brauttür, die man nur von innen öffnen konnte. Sie führte in die Kofferkammer, die sozusagen die Schatzkammer des Hauses war. Hier wurden die wertvollsten Kostbarkeiten der Familie aufbewahrt.

Die Brauttür öffnete man nur zu zwei Gelegenheiten: Wenn der Bräutigam seine Braut über die Schwelle trug und die Mitgift (in einer Truhe oder einem Koffer) in das neue Heim brachte – und im Todesfall, wenn der Leichnam eines Familienmitgliedes aus dem Haus getragen wurde.

Die Tür durfte aber auch im Notfall geöffnet werden. Trachten, Schmuck und andere Wertgegenstände, die in der Kofferkammer gelagert  waren, konnten z.B. bei einem Brand schnell aus dem Haus geschafft werden.

Die hölzernen Brauttüren sind ein- oder zweiflügelig, quergeteilt und reich verziert mit Schnitzereien und Ornamenten. In der Mitte über dem Türbalken, der ein Oberlicht abtrennt, befindet sich ein Medaillon, das den Namen des Hausbesitzers trägt. Hier sind oft springende Pferde, umgeben von Blumen und Ranken, eingeschnitzt, die aus einem Füllhorn quellen.

Buntmauer-Fachwerk

Dieses einzigartige Fachwerk gibt es nur im Alten Land

Über lange Zeit hinweg entwickelte sich eine einzigartige, prachtvolle und sehr künstlerische Bauweise im Alten Land. Noch heute können Sie über 400 Baudenkmale im Alten Land entdecken.

Die Altländer Fachwerkbaukunst äußert sich besonders in der Einfügung weiß verputzter, rechteckiger Flächen in dem normalen Wandverband. Die mosaikartige Zusammenstellung von Putzflächen (dem sogenannten Buntmauerwerk) war eine im Alten Land übliche Bauweise, die vermutlich wiederum ihren Ursprung in den Niederlanden hat. Die Ziegelmuster treten in vielfältigen Variationen auf, die jede Hauswand zu einem individuellen Kunstwerk machen. Ob es sich um ein Spiel mit den Formen oder um eine symbolhafte Ausgestaltung handelt, kann allenfalls vermutet werden.

Während die meisten Elemente wahrscheinlich reiner Fassadenschmuck waren, dienten andere als Abwehrsymbole. Bekannt sind besonders Zickzackmuster (Deutsches Band), Blitzband, Raute, Baum und Pflanze. Von diesen Ziegelsetzungen sind die reliefartig verfugten Steine in den Giebelwänden zu unterscheiden, mit denen im Alten Land meist Windmühlen und Donnerbesen variantenreich dargestellt wurden. Der Donnerbesen sollte Böses vom Haus fernhalten, die Mühle steht als Sinnbild, dass es im Haus nie an Nahrungsmitteln mangeln sollte.

Oft sind die reedgedeckten Altländer Bauernhäuser von einer Giebelzierde gekrönt. Grundsätzlich hatte der Giebelschmuck einen praktischen Grund. Er sollte Giebel und First der Stroh- und Reetdächer der Bauernhäuser schützen. Dann wurde er künstlerisch zur Zierform ausgestaltet. Im Volksglauben sprach man der Giebelzier die Kraft zu, unheilbringende Mächte, böse Geister und mythische Wesen vom Haus fern zu halten.

Typisch für das Alte Land ist der gekreuzte Giebelschwan, der auf die holländischen Wurzeln von Teilen der Altländer Bevölkerung zurückgeführt wird. Oft sind Tulpen eingearbeitet. Die Kolonisten hatten den Schwan wahrscheinlich als Stammeszeichen mitgebracht.

Auch gekreuzte Pferdeköpfe sind zu sehen.

Prunkpforte - Diana Asbeck

Prunkpforten

Das Tor zum Hof

Irrtümlichweise auch als Brautpforten oder Hochzeitspforten bezeichnet sind die Altländer Prunkpforten ganz außergewöhnliche Bauwerke, die den Hofeingang zu den großen Altländer Bauernhöfen bilden und den Wohlstand der Besitzer repräsentierten.

Über der meist rundgebogenen Wagendurchfahrt hängt eine große Traube, die als Fruchtbarkeitssymbol galt. Beidseitig angebrachte Löwenköpfe waren wahrscheinlich Statussymbole und stilisierte drohende Torhüter in einem – ein bisschen Spökenkiekerei kann eben nicht schaden. Ein kleinerer Durchlass dient als Personendurchgang, das darüber befindliche feine Schnitzwerk bildet das Fundament für eine Stab- und Säulenreihe. Starke, schräg stehende Balken stützen die drei tragenden Pfosten, auf deren Kopfbändern das mit Pfannen eingedeckte Walmdach liegt. Die Pforten sind weiß gestrichen, während die Sinnzeichen, die feinen Holzschnitzereien über dem Personendurchlass sowie die Profilierungen des Holzwerkes bunt abgesetzt sind.

Man nimmt an, dass die am Kirchenbau beteiligten Handwerker diese herausragenden Abreiten im 17. / 18. Jahrhundert gefertigt haben, aber der Ursprung der Prunkpforten ist ungewiss.

Es gibt auch Neuanfertigungen, wie am Museum Altes Land, in Borstel, in Neuenkirchen und in Neuenfelde. Die ältesten und schönsten Exemplare stehen in der dritten Meile.

Auf Plattdeutsch nennt man das Kunstwerk schlicht “Puurt”, also Pforte, eine Bezeichnung, die man gerne an den Familiennamen anhängte: Den “Puurten-Quast” konnte man auf diese Weise gut von anderen Familien gleichen Namens unterscheiden.

Geschichten aus der Apfelkiste

Setzen Sie sich hinein und lauschen den Erzählungen

Im Alten Land sind acht Geschichtekisten aufgestellt, die darauf warten von Ihnen entdeckt zu werden. Die Geschichtekisten sind aus Erntegroßkisten gebaut, in denen sonst Äpfel geerntet und gelagert werden. Nun sind die Kisten mit Tonanlage und Infotafeln versehen, die es Ihnen ermöglicht sich gemütlich und in Ruhe Geschichten über und aus dem Alten Land anzuhören. Der schlaue Apfel „Glosti“ hat Tipps für Kinder parat und ein Übersichtsplan gibt Auskunft über die Standorte. Diese Geschichten aus den Apfelkisten sind ein LEADER-Projekt das Regionsübergreifend umgesetzt wurde. Da das Alte Land auf der Landesgrenze von Niedersachsen und Hamburg liegt, waren zwei Anträge notwendig.

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