Obst­an­bau im
Alten Land

So wird hier gear­bei­tet

Unse­re Land­schaft ist vom Obst­bau geprägt: wo ihr auch hin­schaut, über­all ste­hen Apfel-, Kirsch- und Zwet­schen­bäu­me. Grä­ben und Wet­tern zie­hen sich eben­so durch das Land­schafts­bild, denn die­se sind wich­tig für die Be- und Ent­wäs­se­rung der Plan­ta­gen. An der Sorg­falt, mit der wir unse­re Früch­te behan­deln, hat sich seit dem 14. Jahr­hun­dert nichts geän­dert. Nach wie vor wird jede Frucht per Hand geern­tet und behut­sam wei­ter ver­ar­bei­tet.

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Mit dem Obst­bau­ern
durchs Jahr

Auf dem Obst­hof gibt es immer was zu tun

Früh­jahr

Im Früh­jahr pflan­zen wir die Plan­ta­gen, die im Herbst gero­det wur­den, neu auf. Dabei erset­zen wir alte Bäu­me durch zeit­ge­mä­ße Sor­ten. Im Früh­ling ach­ten wir sehr genau auf das Wet­ter, denn bis Mit­te Mai kann es immer wie­der zu Nacht­frös­ten kom­men, wodurch die Obst­blü­te schwer geschä­digt wer­den kann. Um dies zu ver­mei­den, bereg­nen wir unse­re Bäu­me, bis es wie­der taut. Durch den stän­di­gen Gefrier­vor­gang wer­den die Knos­pen im Eis­man­tel gewärmt. Die meis­ten Äpfel im Alten Land wer­den im „kon­trol­lier­ten inte­grier­ten Anbau“ erzeugt. Das bedeu­tet, dass wir uns an bestimm­te Regeln hal­ten müs­sen, um die Umwelt, alle Nütz­lin­ge und letzt­end­lich auch unse­re Bäu­me zu schüt­zen. Außer­dem gibt es Vor­schrif­ten zu Pflan­zen­schutz, Ern­te, Lage­rung und Sor­tie­rung. Die Ein­hal­tung die­ser Regeln wird von uns in einem Betriebs­buch fest­ge­hal­ten und regel­mä­ßig kon­trol­liert.

Som­mer

Im Som­mer vor der Ern­te füh­ren wir den soge­nann­ten Belich­tungs­schnitt durch, damit die Bäu­me aus­rei­chend Licht, Luft und Son­ne bekom­men und somit die Äpfel spä­ter ihre schö­ne Far­be. Des Wei­te­ren kon­trol­lie­ren wir, ob ein zu gro­ßer Behang, also zu vie­le Äpfel an einem Baum, vor­liegt. Dadurch kann es zu klei­ne­ren Früch­ten kom­men. Um dies zu ver­hin­dern, dün­nen wir die Früch­te aus. Eine che­mi­sche oder maschi­nel­le Aus­dün­nung erfolgt schon in der Blü­te. Andern­falls pflü­cken wir bereits nach dem Juni­fall per Hand die über­schüs­si­gen klei­nen Früch­te vor­zei­tig ab. Damit redu­zie­ren wir die Anzahl der Äpfel am Baum und ermög­li­chen den ver­blei­ben­den Früch­ten ein bes­se­res Wachs­tum. Im August ern­ten wir dann sogar bereits die ers­ten Früh­äp­fel.

Herbst

Im Herbst ern­ten wir die Äpfel, was meis­tens in zwei Durch­gän­gen erfolgt. Im ers­ten Durch­gang pflü­cken wir erst die rei­fen, far­bi­gen Äpfel. Der zwei­te Durch­gang erfolgt ein paar Tage spä­ter, damit die dann nach­ge­reif­ten Früch­te geern­tet wer­den kön­nen. Wir pflü­cken alle Äpfel ein­zeln vor­sich­tig per Hand und trans­por­tie­ren und sor­tie­ren die­se spä­ter eben­so behut­sam, damit kei­ne Druck­stel­len ent­ste­hen. Das fri­sche Obst ver­mark­ten wir ent­we­der direkt oder lagern es ein.

Win­ter

Im Win­ter neh­men wir uns Zeit, um den Baum­auf­bau für das nächs­te Jahr zu gestal­ten. Wir schnei­den größ­ten­teils alte, zu dich­te Ast­par­ti­en aus dem Baum her­aus und schaf­fen damit Platz für neue frucht­ba­re Zwei­ge. Umge­fal­le­ne Bäu­me stel­len wir wie­der auf und erset­zen kran­ke Bäu­me. Ver­al­te­te Obst­an­la­gen wer­den von uns gero­det und durch neue Bäu­me bzw. neue Sor­ten ersetzt. Für die Kurz­zeit­la­ge­rung der Äpfel nut­zen wir Kühl­häu­ser (2–4°C), für die Lang­zeit­la­ge­rung spe­zi­el­le CA-Lager. In den CA-Lagern wer­den die Äpfel bis in den Som­mer hin­ein „schla­fen gelegt“. Wäh­rend des Win­ters lagern wir die Äpfel aus, sor­tie­ren sie und ver­kau­fen sie auf dem Wochen­markt, den Hof­lä­den oder über Händ­ler in den Läden. Kaum ist der Win­ter vor­bei, beginnt alles im Früh­jahr wie­der von Neu­em.